Storytelling HOWTO

Nützliche Tips zum Erzählen einer Geschichte (adaptiert nach M. Clough, 2010)

 

  1. Seien Sie sicher, dass Sie eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Der Schlüssel zum Erfolg ist es, die Zuhörer mit einer interessanten Geschichte zu versorgen. Wenn es sich nicht lohnt, der Geschichte zuzuhören, wird auch niemand zuhören. Konzentrieren Sie sich auf ihre Zuhörerschaft. Sie werden kleinen Kindern ganz sicher keine Horrorgeschichte erzählen wollen! Und eine kindische Geschichte wollen Erwachsene genau so wenig hören. Finden Sie eine gute Geschichte für ihre Zuhörer!

  2. Halten Sie die Kernelemente der Geschichte immer parat. Wenn in ihrer Geschichte Dialoge vorkommen, ist es nicht nötig, den exakten Wortlaut zu behalten. An das Gerüst der Geschichte (oder ihrer Dialoge) sollten Sie sich aber immer erinnern!

  3. Nutzen Sie Gestik zur Unterstützung der erzählten Geschichte. Hierdurch wird die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer geweckt und die Geschichte wirkt auch aufregender. Gestik sollte allerdings auch nur dann eingebaut werden, wenn die Geschichte es erfordert. Die bildhafte Beschreibung „Der Mann war ein Kerl wie ein Baum.“ würde durch eine entsprechend ausladende Armbewegung an Ausdruckskraft gewinnen.

  4. Nutzen Sie Mimik. Wenn ein Charakter der Geschichte traurig ist, verziehen Sie die Mundwinkel nach unten oder eben nach oben, wenn er glücklich ist. Achten Sie auch auf die allgemeine Stimmungslage der Geschichte und passen Sie ihre Stimme entsprechend an.

  5. Geben Sie Ihrer Stimme Ausdruckskraft. Verleihen Sie den Charakteren ihrer Geschichte verschiedene Stimmlagen. Wenn die Geschichte gruselig wird, ist eine tiefe Stimmlage anzuraten. Bauen Sie stimmliches Volumen auf, wenn die Handlung spannend wird und kehren Sie zu ihrer normalen Stimme zurück kurz bevor der Handlungshöhepunkt erreicht wird. Bei einem normalem Märchen sollten Sie sich auf ihre jungen Zuhörer konzentrieren – nutzen Sie eine freundlich klingende Stimmlage. Ältere Kinder bevorzugen hingegen eine lustig klingende Erzählweise.

  6. Fügen Sie der Geschichte ruhig Details hinzu. Ein Mädchen mit braunen Haaren und blauen Augen kann in ihrer Erzählung ruhig als „Mädchen mit goldbraunem Haar und stahlblauen Augen“ beschrieben werden. Die hinzugefügten Details dürfen nicht wichtig für den Handlungsverlauf werden, können aber als Effekt eine erhöhte Aufmerksamkeit bewirken.

  7. Üben Sie vor ihrer Präsentation. Machen Sie eine Generalprobe, um die Geschichte zu erzählen. Sie können sich dabei selbst auf Video aufnehmen oder auch vor einen Spiegel stellen, um kleinere Fehler zu finden. Nachdem Sie diese Form der Analyse durchgeführt haben, sollten Sie sich das Video erneut ansehen, dabei den Ton ausschalten und sich nur auf ihre Mimik und Gestik konzentrieren. Haben Sie sich dieses Mittels überhaupt bedient? Und erschien Ihnen der Einsatz an der jewiligen Stelle angemessen? In einem weitern Durchlauf achten Sie nur auf ihre Sprache. Haben Sie sich sauber artikuliert? Oder gab es eine Häufung von „ääähms“ und unbewussten Pausen? Passen Sie ihre Erzählung den Beobachtungen und den Erzählzielen an!

 

Weitere Hinweise:
 

  • Vielleicht wollen Sie Requisiten, Bilder oder Spielzeuge benutzen, um ihrer Geschichte mehr Farbe zu verleihen. Dies kann an kritischen Punkten der Geschichte auch wichtig sein, da der benutzte Gegenstand die Aufmerksamkeit von Ihnen als Erzähler ablenkt.

  • Üben Sie das erzählen einer Geschichte vor einem Laien. Macht die Geschchte Sinn? Können Sie die von Ihnen ausgewählten Inhalte vermitteln?

 

Quellenhinweise: